Syrien auf einen Blick
Syrien gilt nicht umsonst als die Wiege der Kulturen: schon vor 8000 Jahren wurden Damaskus und Aleppo gegründet. Sie gelten als die am längsten ununterbrochen bewohnten Städte der Welt. In Mari, Ebla und Ugarit - einstigen Stadtstaaten, die vom Handel mit Mesopotamien lebten - lassen sich Spuren der ältesten Zivilisationen der Welt finden, und in Ugarit haben Archäologen das erste Alphabet der Menschheit entdeckt.

Jahrtausendelang war die Region Zentrum von Hochkulturen: griechische Eroberer gründeten die Städte Lattakia und Apamea, die Nabatäer besiedelten von ihrem Zentrum Petra im heutigen Jordanien aus den Süden Syriens, und die Römer sowie später die Byzantiner integrierten Syrien in ihre Reiche. Sie erbauten Städte wie Palmyra, Bosra und Resafa. Ihnen folgten als Herrscher die Omayyaden, die Kreuzritter, die Mameluken und die Osmanen, und sie alle hinterließen ihre je eigenen Spuren.
Die wichtigsten Handelsstrassen, wie die Seidenstrasse nach China, und Pilgerrouten, die die muslimische Welt mit den heiligen Stätten von Mekka und Medina verbanden, führten durch Syrien.
Syrien spielte auch eine bedeutende Rolle in der Anfangszeit des Christentums. Stätten wie die Ananias-Kapelle, das Paulus-Fenster oder die Via Recta werden in der Bibel namentlich erwähnt. Die Einwohner Maalula’s sprechen noch heute einen aramäischen Dialekt, einen Dialekt der Sprache Jesus.
Die Omayyaden, die erste islamische Herrscherdynastie, errichteten ihr Zentrum in Damaskus. Von dort aus regierten sie ein Reich, das von Spanien bis Persien reichte. Wichtige Schlachten der Kreuzfahrer wurden auf syrischem Boden ausgetragen und imposante, von den Kreuzfahrern erbaute Burgen verteilen sich noch heute über die syrische Landschaft.
Der erste Weltkrieg setzte schliesslich 400 Jahren osmanischer Herrschaft ein Ende. Danach stand Syrien für 28 Jahre unter französischem Mandat. Seit dem 17. April 1946 ist Syrien ein unabhängiger Staat.
